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Waldleistungen

Die Leistungen und ihre Kosten

Der Wald erbringt neben der nachwachsenden Ressource Holz vielfältige Leistungen zum Nutzen der Öffentlichkeit, zum Beispiel: 

  • Raum für die Erholung,  
  • Schutz vor Naturgefahren,
  • Sicherung der Biodiversität,
  • Filterung von Trinkwasser,
  • Speicherung von CO2.

 

Die Schweizer Waldeigentümer und Forstbetriebe tragen allen Waldfunktionen Sorge; dabei entstehen ihnen Kosten, zum Beispiel für:

  • Unterhalt von Waldwegen, Feuerstellen und Spielplätzen,
  • Abfallentsorgung,
  • Schutz vor herunterfallenden Ästen,
  • Schonung von Grundwasserschutzzonen,
  • Naturschutzmassnahmen in Sonderwaldreservaten und am Waldrand,
  • Nutzungsverzicht in Naturwaldreservaten und Totholzinseln.

 

Diese Kosten werden durch die Öffentlichkeit oder die Nutzniessenden nur unvollständig abgegolten. Abgesehen von Beiträgen für die Schutzwaldpflege erhält die Waldwirtschaft keine automatischen Bundessubventionen wie die Landwirtschaft. 

  

Die Forderung nach Abgeltungen

Die Mehrheit der Schweizer Forstbetriebe schreibt aufgrund des schwierigen Holzmarkts – aber auch immer neuer einschränkender Auflagen rote Zahlen. Um die Defizite zu decken und damit Arbeitsplätze und die nachhaltige Waldpflege zu sichern, sind die Betriebe je länger je mehr auf eine Abgeltung der bisher unentgeltlich erbrachten Waldleistungen angewiesen.
Leider gibt es kein landesweites Patentrezept, wie sie ihre Leistungen finanzieren können, denn die prioritären Leistungen und deren Kosten sind von Wald zu Wald und je nach Lage im Gebirge, im Jura oder mitten in der Agglomeration ganz verschieden. Je nach Leistung sind zudem eidgenössische, kantonale oder kommunale Gesetze und Regelungen bestimmend. Da und dort existieren bereits interessante Beitragssysteme auf lokaler Ebene. Der WVS setzt sich auf allen Ebenen dafür ein, dass die Leistungen der Waldeigentümer konsequent abgegolten werden.

Die Forstbetriebe sollen dabei möglichst unternehmerisch handeln können. Wo immer möglich strebt der WVS deshalb Lösungen mit klaren Leistungsaufträgen und Beiträgen nach dem Verursacherprinzip an.

Im Rahmen der Klimapolitik hat der WVS-Präsident Max Binder zudem eine Motion zur Errichtung eines Waldklimafonds mit Abgeltungen für CO2-Senkenleistungen zu Gunsten der Waldwirtschaft angeregt.

 

Die Fakten zum Waldeigentum

In der Schweiz haben jeder Wald und die darin vorhandenen Infrastrukturen einen Eigentümer: 71% der Wälder gehören Gemeinden, Bürgergemeinden, Korporationen oder Kantonen; 29% sind im Besitz von rund 250'000 Privatpersonen. Mit dem Waldeigentum sind klar geregelte Rechte und Pflichten verbunden und der Waldeigentümer muss sich an das Bundesgesetz über den Wald halten. 

Der freie Wald-Zugang ist seit 1907 im Zivilgesetzbuch (Artikel 699) verankert und ein unbestrittenes Prinzip. Dies bedeutet aber nicht, dass der Wald beliebig kreuz und quer begangen oder befahren werden kann.  

 

Waldgesetz WaG